Die Fortsetzung eines abgebrochenen Auswahlverfahrens

Zwar können Zweifel an der Eignung des einzigen in einem Auswahlverfahren verbliebenen Bewerbers und die Erwartung, durch eine Neuausschreibung der Stelle einen erweiterten Bewerberkreis anzusprechen, ein sachlicher Grund für einen Abbruch eines Auswahlverfahrens sein, aber eine für den Abbruch in erster Linie angeführte schulfachliche Überprüfung, die erst 5,5 Monate später mit einem Gutachten schriftlich dokumentiert worden ist, bietet keine ausreichende Gewähr mehr dafür, dass der gewonnene Eindruck von dem zu beurteilenden komplexen Sachverhalt noch hinreichend gegenwärtig gewesen ist.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Mainz der Klage eines Bewerbers stattgegeben, der die Fortsetzung des ersten Auswahlverfahrens begehrt hat, das abgebrochen worden war. Der Kläger, der an einem anderen Gymnasium 2. Stellvertretender Schulleiter ist, hatte sich 2011 auf die ausgeschriebene Schulleiterstelle am Frauenlob-Gymnasium in Mainz beworben. Nachdem alle Mitbewerber ihre Bewerbung zurückgezogen hatten, brach das beklagte Land Rheinland-Pfalz das Auswahlverfahren ab und schrieb im Februar 2012 die Stelle erneut aus. Im Juli 2012 wurde dem Kläger, der sich wiederum beworben hatte, mitgeteilt, dass beabsichtigt sei, die Stelle einem Mitbewerber zu übertragen. Dem lag ein unter dem 21. Mai 2012 erstelltes Gutachten der Schulbehörde zugrunde, wonach sich der Kläger insbesondere bei der schulfachlichen Überprüfung am 08. Dezember 2011 (Unterrichtsmitschau, Dienstbesprechung, Kolloquium) als nicht geeignet erwiesen habe.

Im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens auf vorläufigen Rechtsschutz untersagte das Verwaltungsgericht Mainz1 im November 2012 dem Beklagten vorläufig, die Stelle mit dem Auswahlsieger zu besetzen, weil der Abbruch des ersten Auswahlverfahrens nicht hinreichend dokumentiert und dem Kläger unmissverständlich zeitnah mitgeteilt worden sei ...

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