Begriffe des Verkehrsrechts, Teil 1: Die 130 % – Grenze

von Daniel Nowack

Die Welt der Juristen lebt von unzähligen Fachbegriffen. In meiner Ratgeberreihe “Begriffe des Verkehrsrechts” werde ich, welch Überraschung, einige Grundbegriffe, mit denen man im Rahmen verkehrsrechtlicher Probleme immer wieder rechnen muss, verständlich erläutern bzw. dies zumindest versuchen. So sollen Sie in die Lage versetzt werden, auch Fachbegriffe, die der Rechtsanwalt im Eifer des Gefechtes (oder weil er diese gar nicht mehr als Fachbegriffe wahrnimmt) nicht erläutert, zu verstehen und somit mit Ihrem Anwalt “auf einer Ebene” kommunizieren zu können.

Haben Sie Fragen zum heute erklärten Begriff, weiteren Fachbegriffen oder wünschen Sie eine Beratung oder Vertretung in einer verkehrsrechtlichen Angelegenheit? Melden Sie sich bitte einfach telefonisch, per E-Mail oder noch einfacher: Nutzen Sie bitte mein Kontaktformular. Sie können auch gerne auf die kostenlose Ersteinschätzung in Bußgeldsachen zurückgreifen.

Im heutigen Premierenteil geht es um die 130 % – Grenze.

Die 130 % – Grenze ist ein von der Rechtsprechung entwickelter Begriff aus der Unfallregulierung.

Grundsätzlich ist es aufgrund der schadensrechtlichen Differenzhypothese so, dass der Geschädigte bei einem Verkehrsunfall auf die Abrechnung auf Totalschadenbasis zu verweisen wäre, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges übersteigen, da der Geschädigte durch den Unfall nicht besser gestellt werden darf als ohne den Unfall.

Dieses Ergebnis wird jedoch von der Rechtsprechung als unbillig angesehen, da § 249 BGB nicht nur die Vermögensinteressen schützt, sondern auch sichergestellt werden soll, dass das Eigentum des Geschädigten in seiner konkreten Zusammensetzung und nicht nur dem Wert nach erhalten bleibt. Dies wird als Integritätsinteresse bezeichnet ...

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