Private Vermögensplanung: Exchange Traded Funds richtig auswählen und einsetzen

von Peter Hieber,Vermögensverwalter und Senior Partner in der Deutschen Wertpapiertreuhand, Leonberg

Börsengehandelte Indexprodukte oder Exchange Traded Index Products (ETP) erfreuen sich bei Anlegern steigender Beliebtheit. Allerdings wird es immer schwieriger aus dem riesigen Angebot an Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) den richtigen auszuwählen; ETF sind eine Untergruppe von ETP. Denn die angebotenen Produkte werden immer komplexer und ohne genaue Kenntnisse der feinen Unterschiede holt sich der Anleger sehr schnell unerwünschte Risiken ins Depot. Mit diesem Beitrag möchte ich erläutern, worauf zu achten ist.

Das erste Auswahlkriterium ist die Indexkonstruktion
Hierbei geht es darum, den „richtigen“ oder passenden Index auszuwählen. „Richtig“ bedeutet“, dass Sie zunächst beurteilen müssen, mit welchen Indizes Sie Ihr Anlageziel am besten umsetzen können. Hierzu ist es sehr wichtig, den Mechanismus zu verstehen, nach dem ein Index aufgebaut ist.

Kleinere Indizes haben oft ein Konzentrationsrisiko, d.h. dass bestimmte Unternehmen oder Branchen im Index aufgrund Ihrer Größe übergewichtet sind. So macht der Ölkonzern Petrobras beim MSCI Brazil alleine 20 % des Index aus. Genauso wie das Unternehmen Gazprom im Russland-Index oder Nestlé im Schweizer SMI übergewichtet sind. Mache ETF-Anbieter führen deshalb eine Maximalgewichtung für einzelne Aktien ein, die meisten Indizes werden jedoch auf Basis der Marktkapitalisierung der Wertpapiere gewichtet. Dadurch kann es wiederum zu einer Übergewichtung kommen, da teure Aktien stärker im Index vertreten sind. Wie die Technologieblase in den 1990er Jahren gezeigt hat, führt das zwar anfänglich zu starken Kursanstiegen, aber auch zu herben Verlusten, wenn die Blase platzt ...Zum vollständigen Artikel

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