Facebook Freunde-Finder rechtswidrig?

von Dr. Christine Payer

Soziale Medien sind dazu da, Freunde zusammen zu bringen. Doch dürfen hierzu auch die bereits vorhandenen Kontakte eines neuen Nutzers ausgelesen werden? Das Kammergericht Berlin hat jetzt Kriterien aufgestellt.

dolphfyn / Shutterstock.com

Die zentrale Frage lautet, wie der Nutzer bei Betätigen des Freunde-Finders durch die Anwendung geführt werden muss. In dem vom Kammergericht entschiedenen Fall ging es um den von Facebook jedenfalls am 2./3.11.2010 (noch) praktizierten Registrierungsprozess.

Der Nutzer wurde vor Anwendung des Freunde-Finders gefragt, ob seine Freunde bereits bei Facebook seien. In Wahrheit kopierte Facebook aber nicht nur Adressen von Facebook-Nutzern, sondern auch von Kontakten, die außerhalb des Netzwerks standen und schlug dem sich registrierenden Nutzer hinsichtlich dieser Kontakte Einladungs-Emails vor.

Die Entscheidung des Gerichts

Das Kammergericht Berlin stellte in seinem Urteil vom 21.01.2014 fest, dass der Nutzer beim Bedienen des Freunde-Finders nicht hinreichend über den Umfang des Datenimports informiert wurde. Vielmehr seien die Informationen darauf angelegt gewesen, den Nutzer dazu zu veranlassen, gegenüber Facebook das gesamte Email-Konto zu offenbaren. Das Gericht bewertete die Konzeption des (früheren) Freunde-Finders als eine bewusste Irreführung des Nutzers, dem vorgetäuscht werde, nur nach befreundeten Nutzern auf Facebook zu suchen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK