Sprung aus dem 6. Stock der Chirurgie - kein Haftung

Springt eine Patientin, die schon mit aufgeschnittenen Pulsadern ins Krankenhaus eingeliefert wurde, nach der erfolgreichen Notoperation dort aus dem Fenster, kann für ihren letztendlichen Freitod nicht generell das Klinikpersonal verantwortlich gemacht werden. Jedenfalls steht dem Witwer kein Schmerzensgeld mit der Begründung zu, das Krankenhauspersonal habe seine Pflichten bei Einlieferung eines suizidgefährdeten Patienten verletzt. Darauf hat das Kammergericht Berlin bestanden (Az. 20 U 236/12). Für die Frau war nach ihrer Verlegung aus dem Operationssaal in ein Krankenzimmer der chirurgischen Station im 6. Stock sowohl eine Rundumbetreuung als auch ein psychiatrisches Konzil angeordnet worden. Letzteres fand am Morgen des nächsten Tages statt und brachte den Medizinern die Erkenntnis, dass der erste Selbstmordversuch der Patientin, der zur Einlieferung in die Klinik geführt hatte, vornehmlich nur als Appell angelegt gewesen war. "Die allein latente Gefahr eines Suizids aber geht nicht mit der Verpflichtung für das behandelnde Krankenhaus einher, besondere Schutzvorkehrungen ergreifen zu müssen", erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold das Berliner Urteil ...Zum vollständigen Artikel


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