Grundsteuerpflicht nach Erwerb in der Zwangsversteigerung

Nach § 9 Abs. 1 GrStG wird die Grundsteuer nach den Verhältnissen zu Beginn des Kalenderjahres festgesetzt. Ist das Eigentum an dem Grundstück im Laufe des Kalenderjahres auf einen anderen übergegangen, bleibt der Voreigentümer Schuldner der Grundsteuer für das gesamte Jahr, denn Schuldner der Grundsteuer ist derjenige, dem der Steuergegenstand bei der Feststellung des Einheitswertes zugerechnet wird (§ 10 Abs. 1 GrStG). Eine Zurechnungsfortschreibung des Einheitswertes auf den Erwerber kann erst auf den Beginn des Kalenderjahres, das auf die Änderung folgt (§ 22 Abs. 2 und 4 BewG) vorgenommen werden1. Dies gilt auch für den Erwerb in der Zwangsversteigerung.

Auch eine persönliche Haftung des Erwerbers liegt beim Zuschlag in der Zwangsversteigerung nicht vor. Eine solche persönliche Haftung sieht § 11 Abs. 2 Satz 1 GrStG für den Erwerber des Steuergegenstands während des Kalenderjahrs zwar vor, nimmt jedoch in Satz 2 Erwerbe im Vollstreckungsverfahren aus, worunter auch die Zwangsversteigerung zu zählen ist2, was die Abwicklung dieser Verfahren erleichtern soll3.

Zwar trägt nach § 56 Satz 2 ZVG der Ersteher vom Zuschlag in der Zwangsversteigerung an die Lasten des Grundstücks ...

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