Fotos im Wald

von Dirk Hofrichter

Das AG Bonn – 109 C 228/13 – hatte darüber zu entscheiden, ob Fotos von einer Person gefertigt werden dürfen, die sich im Wald genauer gesagt in einem Naturschutzgebiet (NSG) aufhält.

Der Kläger betrat das NSG und nahm dabei seinen Hund mit, den er aber nicht anleinte, obwohl dieses untersagt war. Der Beklagte bebachtete dies, fertigte Fotos an, erstattete eine Anzeige bei der zuständigen Behörde (Stadt Bonn). Diese empfahl dem Kläger, unbedingt den Hund anzuleinen. Nachdem der Kläger Akteneinsicht durch einen Rechtsanwalt nahm, wurde der Beklagte aufgefordert, keine Fotos mehr zu fertigen. Dies lehnte der Beklagte ab. Er werde weiterhin Beweisfotos erstellen, wenn der Kläger seinen Hund unangeleint in einem Naturschutzgebiet ausführe.

Das AG Bonn verurteilte den Beklagten, dieses zu unterlassen. Durch das Fotografieren sei in das allgemeine Persönlichkeitsrecht eingeriffen worden (§§ 823 Abs. 1, 1004 BGB analog). Es sei eine Abwägungsfrage zwischen zwei Positionen: Niemand könne allgemein Schutz davor verlangen, auf öffentlichen Wegen durch andere beobachtet zu werden. Andererseits müsse der Einzelne auch in diesem Bereich keineswegs generell dulden, dass jedermann von ihm Bildnisse fertige. Maßgeblich sei der Einzelfall.

Vorliegend sah das AG die Intension des Beklagten, nämlich den Naturschutz zu unterstützen. Dieser Naturschutz habe in Art ...

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