“Aktenberge bis zur Decke”

von Carl Christian Müller

In einer Mietsache verhielten sich die Mieter nach Bewertung meines Mandanten in erheblicher Weise vertragswidrig. So zahlten die Mieter nur einen Bruchteil der geschuldeten Miete, wobei die getätigten Abzüge für meinen Mandanten trotz einer Fülle von schriftlichen Ausführungen der Mieter schlichtweg nicht nachvollziehbar waren. Die Tatsache, daß mein Mandant – nach Abschluß des Mietvertrages – von den vorherigen Vermietern gehört hatte, daß die Mieter dort ebenso verfahren waren und die vorangegangenen Mietverhältnisse jeweils im Zuge eines gerichtlichen Verfahrens endeten, bestätigte den Eindruck, den mein Mandant von seinen Vertragspartnern gewonnen hatte.

Ich sprach also im Namen meines Mandanten die Kündigung des Mietvertrages aus und forderte die Mieter auf, die Mietsache zu räumen.

Erwidernd teilten mir die Beklagten mit, die Wohnung auf keinen Fall räumen zu werden. Sie könnten zu dem Verhalten meines Mandanten “noch 100 Seiten schreiben oder Aktenberge bis zur Decke liefern“.

Entsprechend zog ich das sprichwörtliche Visier herunter und reichte ich für meinen Mandanten die Räumungsklage ein.

Für die Beklagten meldete sich sodann ein Rechtsanwalt, der die Abweisung der Räumungsklage beantragte. Zur Begründung verwies er im Wesentlichen auf gefühlt 100+ Seiten umfassende Anlagen, aus welchen sich die Berechtigung zur Minderung der Miete sowie Gegensprüche, mit denen die Aufrechnung erklärt worden sei, ergeben würden ...

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