Sonderrecht gegen Rocker? Eine Nachlese zum Mönchengladbacher Satudarah-Prozess

von Rainer Pohlen

Flagge der Süd-Molukken, Patch der Satudarah

Erst jetzt komme ich dazu, ein paar Worte zum Ausgang des schon in der vergangenen Woche zu Ende gegangenen Satudarah-Verfahrens vor dem Mönchengladbacher Landgericht zu schreiben. Allerdings brauchte es auch ein paar Tage, aus dem Kopfschütteln herauszukommen und ein wenig Distanz zu gewinnen.

Was ist geschehen?

Nun, da gibt es einen in den 90er Jahren in den Niederlanden gegründeten Motorradclub, den Satudarah MC, der seine Wurzeln im indonesisch-molukkischen Kulturkreis hat. Seit einigen Jahren fasst der Club auch in Deutschland Fuß. In Polizei- und Justizkreisen gilt der Club als gefährlicher als die Hells Angels und die Bandidos und wird von manchen als kriminelle Vereinigung eingestuft. Ob diese Einschätzung haltbar ist, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.

Den Ermittlungen zufolge gab oder gibt es Bestrebungen, auch in Mönchengladbach ein Chapter des Motorclubs aufzubauen. Die Zahl der hiesigen Mitglieder ist noch sehr begrenzt.

Im vergangenen Sommer war es so, dass ein damaliges Mitglied des Clubs beauftragt worden war, das ausgebrannte Motorrad eines Clubbruders zu reparieren. Dafür hatte der Mann 1.500 oder 2.000 Euro Vorschuss erhalten, wovon er Ersatzteile kaufen sollte. Allerdings nahm es der finanziell ewig klamme und – wie man inzwischen weiß – auch ansonsten reichlich unzuverlässige Mann mit dem Auftrag nicht besonders ernst, sondern gab das Geld für eigene Zwecke aus. So etwas gilt nicht nur in Rockerkreisen als reichlich unfein. „Der bescheißt jeden“, hat ein Zeuge vor Gericht ausgesagt, und in der Tat scheint es so, dass es nicht ganz wenige Mitmenschen gibt, die mit dem schwergewichtigen Knaben ein oder auch mehrere Hühnchen zu rupfen haben ...

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