Mit Glück und Spucke zur Bewährung

von Rainer Pohlen

Eigentlich gibt es jede Menge wichtigerer Themen, über die ich zu berichten hätte, aber dafür brauche ich einfach etwas mehr Zeit, als mir derzeit zum Bloggen zur Verfügung steht. Zum Beispiel muss ich unbedingt noch über das Mönchengladbacher Satudarah-Verfahren berichten, das am vergangenen Donnerstag mit einem aus meiner Sicht reichlich unverständlichen und ziemlich vernichtenden Urteil zu Ende gegangen ist. Da kann ich nur hoffen, dass die Revision – bekanntlich ein dünnes Eis – es dennoch richten wird.

Heute jedenfalls habe ich auch wieder vor dem Mönchengladbacher Landgericht in einer eigentlich recht einfach gelagerten Berufungssache verteidigt, die es für den Mandanten dennoch in sich hatte. Der war nämlich erstinstanzlich bei einer ganzen Latte einschlägiger Vorstrafen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in 4 Fällen, einmal davon in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und „Unfallflucht“, und wegen Betruges zu einer 10-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden, wobei auch noch ein Bewährungswiderruf wegen einer früheren Bestrafung im Raume stand. Nicht nur der Angeklagte, sondern auch die Staatsanwaltschaft hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt. Letztere mit dem Ziel, eine deutlich über ein Jahr liegende Verurteilung zu erreichen. Einschließlich des möglichen Bewährungswiderrufs ging es damit um runde 2 Jahre Gefängnis.

Wir haben die Berufung auf die Verurteilung wegen der fahrlässigen Körperverletzung und der Unfallflucht und im Übrigen auf das Strafmaß beschränkt. Die Staatsanwaltschaft hat sich insoweit angeschlossen. Am Fahren ohne Fahrerlaubnis war nicht zu rütteln. Der Mann hat nun mal keine Fahrerlaubnis und war entsprechend oft am Steuer erwischt worden.

Die Zeugin, die den Angeklagten seinerzeit angezeigt hatte, hat ihn heute ziemlich entlastet. Das war sein Glück ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK