Rezension Zivilrecht: Marketing für Kanzleien

von Dr. Benjamin Krenberger


Schieblon, Marketing für Kanzleien und Wirtschaftsprüfer, 3. Auflage, Gabler 2013


Von RA Hartmut Roth, Dresden



Zunächst muss festgestellt werden, dass Themen wie Marketing oder überhaupt Themen, die sich mit betriebswirtschaftlichen Aspekten der Anwaltskanzleien beschäftigen, nicht zur bevorzugten Lektüre von Rechtsanwälten gehören. Von den inzwischen zugelassenen 160000 zugelassenen Anwälten ist nur eine verschwindend geringe Anzahl in der Lage, das was in dem Buch empfohlen wird zu tun, nämlich Marketingexperten einzustellen. Die wenigsten werden auch nicht die vorgeschlagene Alternative wählen, statt einen oder mehrerer Marketingexperten einzustellen eine Agentur zu beauftragen, die sich der Marketingprobleme der Kanzlei annimmt. Dass beim Marketing angesetzt werden sollte, wäre aber zumindest der Beginn der richtigen Ausrichtung von Kanzleien.


Freiberufler und Kommunikation ist sowieso ein heikles Kapitel, da der freiberufliche Anwalt, auch der der in der Sozietät lebt, „Einzelkämpfer ist, aus Geschäftsinteresse Egoist und aus Überzeugung misstrauisch“, wie die Verfasser des Werks darlegen. Demnach „agieren Anwälte weiterhin traditionell. Und das heißt protektiv, defensiv, selbstbezogen“. Erfolge öffentlich zu machen steht gegen die anwaltliche Verschwiegenheit. Der Anwalt erbringt eine höchstpersönliche Dienstleistung, das heißt, das Produkt ist kaum von dem Konkurrenzprodukt abzugrenzen, geschweige denn qualitativ abzuheben. Zu beachten ist auch, dass für den Anwalt der Mandatserfolg wichtiger ist als der Kanzleierfolg. Es sind immer die Projekte, Interessen und Erfolge des Mandanten und nicht die der Kanzleien selbst, die in den Medien die Schlagzeilen beherrschen ...

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