Fremdschämen für den Urteilsbegleiter

von Thomas Will

Ich war heute als Nebenkläger in zweiter Instanz unterwegs. Es ging um häusliche Gewalt. Dem Angeklagte war vom Amtsgericht ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt worden, da er unter einschlägiger, laufender Bewährung stand. Die recht milde Strafe erschien dem Angeklagten als zu hoch und er ging in Berufung.

Bereits in erster Instanz hatte der Kollege Pflichtverteidiger unter anderem mit der Meinung geglänzt, ich hätte der Mandantin die Ermittlungsakte nicht in Kopie überlassen dürfen. Für Leser, die keine Juristen sind: Über die Akteneinsicht entscheidet die Staatsanwaltschaft bzw. das Gericht. Erhält der Nebenklägervertreter die Ermittlungsakte, darf er sie völlig unproblematisch dem Mandanten geben ...

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