AG Karlsruhe: Geldstrafe statt Knast

Der Mandant kam mit einer Anklageschrift zum Schöffengericht des Amtsgerichts Karlsruhe und beauftragte mich mit seiner Verteidigung in diesem Verfahren. Angeklagt waren zwei tatmehrheitliche Fälle wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln, jeweils mit einer nicht geringer Menge.

Einige Monate zuvor: Aufgrund von anonymen Hinweisen wurde ein betagter Großdealer verhaftet. Bei der Eröffnung seines Haftbefehls holte er zum großen Rund-Um-Schlag aus, gestand eigene Straftaten und bezichtigte eine Vielzahl an bislang unverdächtigen Personen. Konfuse und völlig undetaillierte Angaben (…der hat auch irgendwann mal vielleicht 100 oder 200 Gramm bei mir gekauft…) nahm die Staatsanwaltschaft gerne auf, hinterfragte natürlich nicht und bastelte an einer Anklage zum Schöffengericht, da ja vermeintlich ein Verbrechenstatbestand vorgelegen habe. Die erforderliche Wirkstoffmenge von 7,5 Gramm reinem THC ermittelte man im Wege der Schätzung – natürlich zu Lasten des Mandanten ...

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