Manchmal kann man nur den Kopf schütteln

von Thomas Will

Ich verteidige in einer Strafsache einen Heranwachsenden, der mehrere Smartphones im Internet “verkauft” hat. Besser gesagt, er hat Geld kassiert, aber keine Smartphones verschickt. Deswegen wurde er angeklagt wegen gewerbsmäßigem Betruges.

Ich habe dem Mandanten geraten, den geschädigten das Geld zurückzuzahlen. Erstens vermeidet man damit weitere Kosten, da die Geschädigten dann keine Zivilverfahren betreiben müssen. Zweitens wird das Gericht die Strafe entsprechend mildern, wenn die Geschädigten ihr Geld wieder bekommen haben.

Da der Mandant natürlich nicht die Bankverbindungen der Geschädigten hatte, habe ich jeden einzelnen angeschrieben, mitgeteilt, dass mein Mandant gerne Zahlungen leisten würde, dies aber nur in Raten ginge und gleichzeitig um Mitteilung der Bankdaten gebeten. Ich als Geschädigter hätte mich gefreut. Die Meisten haben das auch.

Die Eltern eines Geschädigten haben mir in – vermeintlichem – Juristendeutsch hochgestochen eine Ratenzahlungsvereinbarung geschickt, die der Mandant unterschreiben und zurückschicken sollte. Diese bestand aus zwei Seiten. Der Mandant, jung und unerfahren, hat aber nur die erste Seite unterschrieben und zurück geschickt. Eigentlich nicht so wild, sollte man meinen ...

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