Facebook-Verbot statt Haftstrafe

von Mirko Laudon

Das Amtsgericht München hat gestern gegen einen 21-Jährigen Heranwachsenden durch Urteil des Schöffengerichts ein Facebook-Verbot verhängt. Dieser darf ein halbes Jahr lang keinerlei soziale Netzwerke nutzen – ansonsten droht ihm ein zweijährige Jugendstrafe, die zunächst zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Angeklagte nutzte Facebook seit drei Jahren, um ihm missliebige Personen zu bedrohen, verleumden, beleidigen, und schließlich auch sexuell zu missbrauchen, indem er sie zwang, vor ihrer Handykamera zu masturbieren. Darüber hinaus stellte er pornografische Aufnahmen der Ex-Freundin bei Facebook ein. Von weiteren, ihm lediglich von Facebook bekannten Mädchen veröffentlichte er Fotos und ihre Telefonnummern, beschrieb sie als „Huren“ und forderte auf, sie zu stalken. Die Mädchen, deren Bilder im Netz stünden, seien „für ihr Leben gestraft“, sagte der Staatsanwalt nach dem Bericht in der Süddeutschen Zeitung.

Eine erstes Ermittlungsverfahren und eine Ermahnung vor Gericht brachten ihn davon nicht ab, im Gegenteil – von 2012 an steigerte er seine aggressiven Attacken sogar noch ...

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