Kein Pferd von der Stange

Beim Pferdekauf ist eine Nacherfüllung in Form einer Ersatzlieferung eines gleichwertigen Pferdes nicht möglich, wenn der Käufer das Pferd aufgrund einer individuellen Entscheidung aufgrund des persönlichen Eindrucks von dem Tier erworben haben. Dies dürfte beim Kauf eines Pferdes wohl in aller Regel gelten. Deshalb muss vor einem Rücktritt vom Kaufvertrag dem Verkäufer keine Frist zur Nacherfüllung gesetzt werden.

Dies hat das OLG Schleswig in einem Urteil vom 5.12.2013 (Aktenzeichen 7 U 24/13) entschieden. In dem dort verhandelten Fall ging es um eine fünfjährige Holsteiner Stute, das die Kläger bei einem Pferdehändler für ihre Tochter als Springpferd für 15.500 € gekauft hatten. Bereits vor dem Kauf hatte die Stute gelahmt, als die Tochter der Kläger sie probereiten wollte. Bei einem weiteren Proberitt und bei Übergabe lahmte das Pferd allerdings nicht. Wenige Wochen nach der Übergabe trat wieder eine Lahmheit am rechten vorderen Bein auf, die trotz tierärztlicher Behandlung nicht nachhaltig beseitigt werden konnte. Als die Lahmheit ca. 3 Monate nach dem Kauf wieder am gleichen Bein auftrat, traten die Kläger vom Kauf zurück und verlangten klageweise den Kaufpreis, Unterstell- und Verpflegungskosten, Tierarztkosten für die Behandlung und die Ankaufsuntersuchung. Das Landgericht hatte der Klage bis auf einen Teil der Unterstellkosten stattgegeben. Die Berufung des Beklagten blieb auch vor dem OLG Schleswig erfolglos ...

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