Keine Freiheitsstrafe für gewaltlose Delikte?

Etwas verwundert musste ich mir die Augen reiben, als ich den Artikel „Ein Gefangener namens Hoeneß“ auf Criminologia las, einem Blog zu kriminalpolitischen Themen von Studierenden des Instituts für kriminologische Sozialforschung (IKS) der Universität Hamburg.

Darin wird die These von Prof. Dr. Wolfgang Deppert aufgegriffen, der meint: Nein, Uli Hoeneß sollte nicht JVA Landsberg am Lech einrücken. Er benötige keine Resozialisierung, er sei nicht gemeingefährlich, er sei kein probates Subjekt für den Strafvollzug. Rechtsphilosophisch betrachtet hätte Hoeneß nur mit einer Geldstrafe bestraft werden dürfen, weil er die Bedingungen für eine Freiheitsstrafe, wie sie etwa das Bayrische Strafvollzugsgesetz (BayStVollzG) festlegt, nicht erfülle. Da nun Herr Hoeneß in keiner Weise zu resozialisieren sei und von ihm keinerlei Gefahr auf die Bevölkerung ausgehe, so dass man ihn wegsperren müßte, könne es auch keine dem Gesetz entsprechende Behandlung und Gestaltung des Vollzugs geben.

Der Autor des Beitrags auf „Criminologia“ geht jedoch sogar noch einen Schritt weiter:

Hoeneß wäre mit einer saftigen Geldstrafe gerecht gestraft. Alle anderen Steuersünder ebenfalls. Ein Gefängnis bräuchte man für ihn und seinesgleichen schon gar nicht. Für gewaltlose Delikte sollte die staatliche Gewalt der Freiheitsberaubung tabu sein ...

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