Jugendarrest – da machste nix gegen

Wenn ein Jugendrichter Arrest gegen einen jungen Angeklagten verhängt, kann man wenig dagegen tun. Arrest, das ist eine angeblich mildere Form der Haft, die nur gegen Jugendliche vollzogen wird. Sie wird in bestimmten Jugendarrestanstalten verbüßt. Arrest gibt es für ein Wochenende oder auch für zwei. Oder für eine ganze Woche. Oder für zwei. Sogar vier Wochen Dauerarrest sind eine mögliche Sanktion gegen Jugendliche. Das rechtsstaatlich Schlimme daran ist, dass gegen ein solch hartes Urteil kaum ein Kraut gewachsen ist. Denn dank der glorreichen Vorschrift des § 55 JGG kann man -im Gegensatz zu Urteilen gegen Erwachsene- gegen ein Urteil, das auf Arrest (ein sogenanntes “Zuchtmittel” – schlimmes Wort) lautet, nicht wegen der Höhe der Strafe angreifen. Entweder es gibt in der Berufung einen Freispruch oder es verbleibt beim Arrest. Jeder Erwachsene darf auch die Höhe seiner Strafe anfechten, nicht so der Jugendliche. Ich halte das je nach Jugendrichter, den man so vor sich hat, für eine ausgewiesene Katastrophe. Denn Freiheitsentzug für einen Jugendlichen kann mitunter arg kontraproduktiv sein, ob man ihn nun Arrest oder Haft nennt.

Bild: allspice1 (Lizenz)

Also muss man sich als Verteidiger schon sehr biegen, wenn die Möglichkeiten für einen Freispruch zumindest zweifelhaft sind ...

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