Spiel-Verderber der Justiz

So mancher kann mit dem Wind, den der Revisionsverzicht von Uli Hoeness, aus den Segeln nahm, psychologisch noch nicht so recht umgehen.

Und vor allem nicht mit der Luft, die damit – eigentlich – erst mal aus weiteren sensationsträchtigen Enthüllungen raus ist. Enthüllungen, die bei gerichtlicher und medialer Fortsetzung zu erhoffen (?) oder zu erwarten (?) oder zu befürchten (? achwas, nicht bei der hechelnden Lust am Skandal) gewesen wäre.

Pffffffffffffffffft. Luft raus.

Jetzt muss noch bissl nachventiliert werden, bei all der Hyperventilation. Bis Dornröschen in Grenoble seinen Aufwachprozess beschleunigt, politisches Weltgeschehen wieder nach vorn drängelt, und irgendjemand doch noch mal darüber nachdenkt, der 3,5 Jahre fürwenig hält, wie viele Taten gegen Leib und Leben mit weniger oder kaum mehr geahndet werden. So dass mancher sich eher strafrechtlich verwitwet, als scheiden lässt.

Nein, alles uninteressant. Und so kann nicht sein, was nicht sein darf: Ein Verurteilter nimmt eine Strafe an, den nur weniger als reuig, einsichtig wahrnehmen (wollen). Und so wird Finsterstes fabuliert und formuliert und fantasiert, wofür es zumindest keine Fakten gibt. Darüber, was noch alles bei einer Revision herausgekommen wäre. Beim Verurteilten selbst, seinem Verein und jottweisswonochalles. Kann nicht irgendjemand eben in Venedig einmarschieren, das Sezessionswünsche hat, wie mancher bisserl weiter drüben auf der Krim? Nicht dass noch die Schlagzeilen ausgehen, bei solchen Spielverderbern der Justiz, die nicht jedes Fitzelchen an Rechtsmitteln ausreizen. Sondern sich ihrer Strafe eben stellen und vielleicht schlicht und einfach so bald wie möglich hinter sich bringen wollen. Nicht jeder möchte schon jenseits der 60 aufschieben, was so oder so unvermeidlich wird. Ein vielleicht nicht weniger naheliegender Grund, als wilde Fantasien und Verschwörungsideen über einen Verein und seinen Spiritus Rector ...

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