Fehldiagnose Schlaganfall: Wann haftet der Arzt?

Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Krankheiten, ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen. Oft wird er nicht erkannt oder, wegen fehlender Infrastruktur der Krankenhäuser, zu spät behandelt. Rechtsanwalt Malte Oehlschläger, Fachanwalt für Medizinrecht und spezialisiert auf die Vertretung von Schlaganfallpatienten, beantwortet Fragen zur Arzthaftung bei einem Schlaganfall.

Rechtsanwalt Malte Oehlschläger Fachanwalt für Medizinrecht

Frage: Wann haftet der Arzt bei einem Schlaganfall? Malte Oehlschläger: Grundsätzlich haftet der Arzt dann, wenn er den Facharztstandard unterschreitet, d.h. wenn er nicht nach dem anerkannten Standard der wissenschaftlichen Medizin behandelt.

Frage: Wann ist aber der Standard eingehalten und wann ist er unterschritten, wo liegt die Grenze? Malte Oehlschläger: Hierfür gibt es tatsächlich objektivierbare Merkmale. Denn sobald die Verdachtsdiagnose „Schlaganfall“ bzw. „TIA“ im Raume steht, gehören die folgenden Maßnahmen zum diagnostischen und therapeutischen Mindeststandard, der zwingend eingehalten werden muss:

Unverzügliche Einweisung in einer Stroke Unit Sofortige, lückenlose und exakte Dokumentation des neurologischen Status Vorstellung bei einem Neurologen innerhalb von 15 Minuten Wiederholte neurologische Statusermittlung Durchführung eines CCT/MRT/Doppler/Angio innerhalb von 30 Minuten Gegebenenfalls Gabe von Acetylsalicylsäure, (ASS) als frühe Sekundärprophylaxe ...Zum vollständigen Artikel


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