Die versteckte Schwerbehinderung in der Bewerbung

Weisen Stellenbewerber in ihren Bewerbungsunterlagen nur versteckt auf eine Schwerbehinderung hin, können sie bei einer Absage keine Diskriminierungsentschädigung verlangen. Ein Arbeitgeber ist auch nicht verpflichtet, die Bewerbung nach versteckten und missverständlichen Hinweisen auf eine Schwerbehinderteneigenschaft zu durchsuchen, entschied das Arbeitsgericht Stuttgart in einem aktuell veröffentlichten Urteil vom 29.01.2014 (AZ: 11 Ca 6438/13).

Im konkreten Fall hatte ein Schwerbehinderter sich auf eine Stellenanzeige als Bote bei einer Kommune beworben. Im tabellarischen Lebenslauf der Bewerbung stand dann unter „Beruflicher Werdegang“: „10/2002 – 2/2004 arbeitsunfähig im Krankenstand, Schwerbehindert“.

Die Stadt erhielt insgesamt 319 Bewerbungen. Die Stelle wurde schließlich aufgeteilt, ein Schwerbehinderter und eine nicht-behinderte Bewerberin bekamen den Zuschlag.

Nachdem der Kläger eine Absage erhalten hatte, fühlte er sich diskriminiert. Er verlangte von der Stadt eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Höhe von drei Monatsgehältern, insgesamt 6.402,00 €.

Denn als öffentlicher Arbeitgeber hätte die Stadt ihn als Schwerbehinderten zumindest zum Vorstellungsgespräch einladen müssen, so der Stellenbewerber. Dies sehe die geltende Rechtsprechung so vor. Die Stadt habe ihn aber übergangen.

Doch das Arbeitsgericht machte dem Mann einen Strich durch die Rechnung ...

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