Gewalt gegen Tiere (2)

Es zeugt von einem hohen ethischen Anspruch an sich selbst, wenn ein Mensch – ohne dazu durch irgend etwas oder irgend jemand verpflichtet zu sein (außer von der eigenen Moral) – bereit ist zu sagen: ich quäle keine Tiere und ich behandle sie auch nicht schlecht, soweit ich es vermeiden kann. Es ist ein Fortschritt zu sagen (und sich auch so zu verhalten): ich will kein Mensch sein, der Tiere unnütz leiden lässt. So einer will ich nicht sein. Punktum.

Es ist andererseits aber wohl kaum abzustreiten, dass es in den Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte bislang nicht gelungen ist, die Menschheit insgesamt (oder auch nur einen relevanten Teil derselben) auf dieses edle Niveau zu hieven.

Die bewußte und die unbewußte, die abweichende wie die alltägliche und maschinisierte Gewalt gegen Tiere (von der Massentierhaltung bis zur Massentierschlachtung) belegen das: wenn auch meist verborgen vor dem Blick der Öffentlichkeit. Anscheinend ist keine Gesellschaft stolz darauf.

Es gibt einen Bestseller von Sue Donaldson und Will Kymlicka ( Zoopolis: Eine politische Theorie der Tierrechte), der weniger die Gewalt gegen Tiere zum Thema macht als vielmehr die Fragen behandelt, die auf die Tagesordnung kämen, gäbe es denn nicht nur den aus Edelmut versprochenenen (und doch nicht realisierten) Schutz für die Schutzbefohlenen, sondern echte Rechte für die Tiere, die auch gegen grausame Praktiken zum Tragen gebracht werden könnten.

In seinem Vortrag an der Uni HH am Mittwoch, den 12. März, brach der kanadische Politologe Will Kymlicka eine Lanze für die Tierrechte ...

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