Fotografieren mit dem Handy rechtfertigt keine körperliche Gewalt

Drückt ein Arbeitnehmer seinen Vorgesetzten bei einem Streit gewaltsam zu Boden oder nimmt ihn gar in den Schwitzkasten, darf er sich über seine Kündigung nicht wundern. Auch wenn der Vorgesetzte den krankgeschriebenen Beschäftigten ohne zu Fragen beim vermeintlichen „Blaumachen“ fotografiert hat, rechtfertigt dies noch lange keine körperlichen Tätlichkeiten, stellte das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem aktuell veröffentlichten Urteil vom 30.01.2014 klar (AZ: 5 Sa 433/13).

Damit ist ein Produktionshelfer aus Kaiserslautern nun endgültig seinen Job los. Der Mann war vom 25.02.2012 bis 27.03.2013 krankgeschrieben. Am 16.02013 entdeckte der Vorgesetzte den Arbeitnehmer mit dessen Vater an einer Autowaschanlage. Da der Vorgesetzte den Verdacht hatte, dass der Beschäftigte sein Kranksein nur vortäuscht, fotografierte er ihn mit seiner Handy-Kamera.

Es kam schließlich zu einer Rangelei, bei der der Vater des Arbeitnehmers verhindern wollte, dass der Vorgesetzte weitere Fotos macht und sein zu Boden gefallenes Handy wieder aufhebt. Der Sohn kam seinem Vater zu Hilfe und drückte seinen Chef nach eigenen Angaben gewaltsam auf den Boden. Der Vorgesetzte gab an, dass der Arbeitnehmer ihn in den Schwitzkasten nahm, was dieser jedoch bestritt.

Wegen der Tätlichkeiten wurde dem Produktionshelfer fristlos hilfsweise ordentlich zum 31.08.2013 gekündigt. Der Arbeitnehmer wollte dies jedoch nicht hinnehmen. Er beantragte erst einmal eine einstweilige Verfügung, wonach dem Vorgesetzten untersagt werden sollte, ihn „zu filmen, zu fotografieren und/oder heimlich nachzustellen und/oder heimlich zu kontrollieren.

Außerdem solle der Vorgesetzte alle widerrechtlich aufgenommenen Film und Fotoaufnahmen herausgeben ...

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