Die nicht mehr gewünschte, aber durchgeführte OP

Erscheint ein Patient zum Operationstermin, zu dem er zuvor die Einwilligung erteilt hatte aber sich nun umentschieden hat, reicht es für einen wirksamen Widerruf der Einwilligung nicht aus, den geänderten Überweisungsschein zu übergeben. Vielmehr hat er seinen Sinneswandel gegenüber dem Operateur oder seinen Angestellten deutlich zu machen. Außerdem ist es nicht generell Aufgabe des Operateurs den Fortbestand der Einwilligung zu prüfen.

So das Oberlandesgericht Oldenburg in dem hier vorliegenden Fall eines Kieferchirurgen, von dem eine Patientin wegen der ungewünschter Extraktion zweier Zähne Schmerzensgeld gefodert hat. Die Patietin klagte gegen einen in Oldenburg niedergelassenen Kieferchirurgen, Schmerzensgeld in Höhe von 6.000 €, weil er ihr ohne ihre Einwilligung zwei Backenzähne gezogen hatte, obwohl er eine Wurzelspitzenresektion hätte durchführen sollen. Der Klägerin war von ihrer Zahnärztin die Extraktion der beiden Zähne empfohlen worden. Sie wurde deshalb zum Beklagten überwiesen. Da die Klägerin wegen des unerwünschten Zahnverlustes und weil sie keine Schmerzen an den Zähnen hatte, der Extraktion kritisch gegenüberstand, erläuterte der Beklagte auch die Möglichkeit einer Wurzelspitzenresektion. Er empfahl aber als sinnvoll – entsprechend der Empfehlung der behandelnden Zahnärztin – die Durchführung der Extraktion der beiden Zähne. Die Klägerin erteilte daraufhin ihre Einwilligung für die Extraktion und vereinbarte direkt im Anschluss einen OP-Termin.

Als sie drei Monate später zum OP-Termin erschien, hatte sie es sich anders überlegt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK