Säuglingsfotos in "Samenraub"-Berichten verletzen Persönlichkeitsrecht der Abgebildeten

Eigener Leitsatz: Die Veröffentlichung von Säuglingsfotos im Rahmen von Berichten zum Thema "Samenraub" stellt eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts der abgebildeten Personen dar, weil die Berichterstattung geeignet ist, das Verhältnis der Kinder zur Mutter, welcher der "Samenraub" zu Unrecht vorgeworfen wurde, zu beeinträchtigen.

Landgericht Köln

Urteil vom 11.12.2013

Az.: 28 O 341/13

Tenor:

Die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin zu 1) 5.000 � nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 27.4.2013 zu zahlen.

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger zu 2) 5.000 � nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 27.4.2013 zu zahlen.

Die Beklagte wird verurteilt, die Kläger von außergerichtlich angefallenen Kosten in Höhe von 399,72 � gegenüber den Rechtsanwälten A Partnerschaftsgesellschaft freizustellen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden der Beklagten auferlegt.

Dieses Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Die Kläger wurden im November 2007 geboren und durch eine künstliche Befruchtung mit dem Sperma des damaligen Ehemannes ihrer Mutter, die von diesem indes seit dem Frühjahr 2007 getrennt lebte, mit dessen Einwilligung gezeugt. Nach der Geburt der Kläger wurde das hier streitgegenständliche Foto derselben erstellt und von der Mutter für Danksagungskarten verwendet und an ausgewählte Personen versandt. Der Vater der Kläger verklagte nach der Trennung die Kinderwunschklinik E auf Schadensersatz mit der Begründung, die künstlichen Befruchtungen seien ohne seine Zustimmung erfolgt und die entsprechende Einwilligungserklärung sei nicht von ihm unterschrieben. Die Klage wurde durch rechtskräftiges Urteil des OLG Hamm vom 4.2 ...

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