Mit einem Bein im Knast

von Mirko Laudon

Der Prozess gegen Uli Hoeneß hätte für ihn nicht schlechter beginnen können. Statt der bisher angeklagten 3,5 Millionen Euro hat er nach seiner eigenen Einlassung zu Prozessbeginn eher 18,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Sein Anwalt Hanns W. Feigen erklärte auf Nachfrage allerdings, auch bei dieser Zahl handele es sich nur um eine Schätzung: Es könnten 12, 15 oder sogar 20 Millionen Euro sein, die zu den 3,5 Millionen hinzukämen. In der Woche vor dem Prozess habe man dem Gericht und den Finanzbehörden ca. 70.000 Blatt weiterer Unterlagen zur Verfügung gestellt, aus denen sich der genaue Umfang ergeben soll.

Eine katastrophale Eröffnung eines solchen Prozesses, die nicht nur den Angeklagten, sondern auch dessen Verteidiger nicht gut aussehen lässt. Mehrmals harschte dieser seinen Mandanten gestern an, er solle keinen vom Pferd erzählen oder ihm seien die Gäule durchgegangen und zeigte sich damit sichtlich genervt. Ob dem Verteidiger bei Mandatsübernahme bewusst war, auf was er sich einlässt? Dass sich dieser Prozess nicht zum größten Triumpf, sondern vielleicht eher zur bislang größten Niederlage entwickeln könnte?

Die Lebensleistung des Uli Hoeneß stellt sich nun anders dar

Soviel steht nach dem ersten Verhandlungstag fest: Es gibt nicht mehr viel, was man zugunsten von Uli Hoeneß in die Waagschale werfen könnte. Seine „Lebensleistung“ stellt sich komplett anders dar als noch gestern, von einer „überwiegenden Steuerehrlichkeit“ könne keine Rede mehr sein ...

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