Französisches Arbeitsrecht – Nachweis der von einem Arbeitnehmer geleisteten Überstunden

Grundsätze über die Beweislast in Bezug auf die Überstunden

Die Thematik der Arbeitszeit ist im französischen Arbeitsrecht außerordentlich wichtig. In Bezug auf die durch den Arbeitnehmer geleisteten Überstunden ist diese Beweislast nicht klar dem Arbeitgeber oder dem Arbeitnehmer zugeordnet. Dieses Thema wird oft vor dem Arbeitsgericht angesprochen und spielt daher in der Praxis vor Gericht eine große Rolle.

Im Prinzip muss der Arbeitnehmer in Frankreich bei einem gerichtlichen Antrag auf Auszahlung der Überstunden den erforderlichen Nachweis erbringen. Dabei müssen die vom Arbeitnehmer erbrachten Beweismittel substantiiert sein, damit der Arbeitgeber seinen eigenen Standpunkt vertreten kann. Der Arbeitgeber muss seinerseits dank der Vorlage der einschlägigen Beweisstücke die tatsächliche Anzahl der geleisteten Überstunden darlegen. Im Falle einer Streitigkeit entscheidet der Richter in Anbetracht dieser Beweismittel.

Zu diesem Thema sind viele Urteile ausgesprochen worden, wobei die französische Rechtsprechung bisher keine klare Linie verfolgt hat. Ende 2013 und Anfang 2014 wurden erneut Urteile zu diesem Thema ausgesprochen.

Der Arbeitnehmer hat überzeugende Zeugenaussagen vorzubringen

Einerseits hat die Sozialkammer des französischen Kassationshofs (Cour de cassation) am 15.01.2014 ein Urteil zum Nachweis der Überstunden durch den Arbeitnehmer ausgesprochen.

In dieser Angelegenheit hat der französische Arbeitnehmer einen Antrag auf Lohnnachzahlung auf Grund der geleisteten Überstunden von mehr als EUR 100.000 gestellt. Der Arbeitnehmer vertrat dabei, dass er durchschnittlich 52 Wochenstunden gearbeitet hat und somit 17 Überstunden pro Woche geleistet habe. Der einzige Nachweis den dafür erbrachte, waren die Aussagen seiner Arbeitskollegen ...

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