Neutrale Sachverständige? Wenn der Versicherer blockiert

Die Frage der Neutralität von Sachverständigen stellt sich immer wieder von Neuem. Von Versicherern für eine Begutachtung vorgeschlagene Stellen sollten daher durchaus kritisch geprüft werden. Wie wichtig das ist, zeigt ein ganz aktuelles Beispiel aus unserem Anwaltsbüro, das deutlich macht, was ohne eine kritische Überprüfung passieren würde.

Unser Mandant wurde schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelt und erlitt dabei diverse Verletzungen. Die gegnerische Haftpflichtversicherung stellt die Unfallbedingtheit der bis heute anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen und Verletzungen des Mandanten beharrlich in Frage, obwohl ärztliche Atteste vorgelegt wurden, die genau dies bestätigen.

Rechtsanwältin Corinna Simon, Fachanwältin für Medizinrecht

Nach langen Verhandlungen stimmte die gegnerische Versicherung schließlich der Einholung eines Zusammenhangsgutachtens zu, das die Unfallbedingtheit der Beschwerden klären sollte. Voraussetzung ist, dass der zu beauftragende Gutachter auch wirklich neutral ist. Um das zu gewährleisten, schlagen normalerweise beide Seiten mehrere alternative Begutachtungsstellen vor, von denen mindestens eine regelmäßig gemeinsam und einvernehmlich akzeptiert wird.

Ganz anders in dem Fall unseres Mandanten: Der Versicherer bot nur ein einziges Begutachtungsinstitut an, das uns aus zahlreichen anderen Verfahren allerdings als alles andere als neutral und objektiv bekannt ist. Wir kennen kein einziges Gutachten dieser Stelle, das nicht zugunsten des Versicherers ausfällt.

Alternativ schlugen wir je eine Universitäts- und eine Berufsgenossenschaftliche (BG-)Klinik vor, die jedoch vom Haftpflichtversicherer ohne Begründung abgelehnt wurden ...

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