Arzt klärt bei Darmspiegelung nicht über Risiko der Darmperforation auf: Haftung - OLG Hamm ...

Im vorliegenden Fall übergab der Arzt dem Patienten vor der Koloskopie nur ein allgemein gehaltenes Schriftstück, in dem auf "die mit dem Eingriff verbundenen unvermeidbaren nachteiligen Folgen, mögliche Risiken und Komplikationsgefahren" hingewiesen wurde. Ob der Arzt den Patienten darüberhinaus in der erforderlichen Weise mündlich über die - zwar seltenen aber in ihren Folgen gravierenden - Risiken einer Darmperforationen aufklärte, ist zwischen den Parteien streitig und dem Arzt gelang es nicht, diesen ihm obliegenden Beweis zu führen. Der Kläger erlitt dann eine Darmperforation und machte Arzthaftungsansprüche u.a. wegen Aufklärungsfehlern geltend.

Das Gericht weist darauf hin, dass die bloße Übergabe von Infornationsblättrern ohnehin nicht ausreicht, die Aufklärungspflichten zu erfüllen. Der Arzt muss die Risiken mit dem Patienten zumindest in groben Zügen erörtern. Der Hinweis auf "unvermeidbare nachteilge Folgen" ist aus Sicht des Gerichtes eher verharmlosender Natur.

Auch mit Hilfe seiner Arzthelferin konnte der Arzt diesen Beweis nicht führen, weil sie bei dem konkreten Gespräch nicht anwesend war.

Im Ergebnis erhielt der Kläger, der nach der Darmperforation notfallmäßig operiert werden musste, an einer Bronchopneumonie sowie einem septischen Schock litt und in Rehabiliationsbehandlung kam und frühverrentet wurde, ein Schmerzenssgeld von EUR 220.000,00 zugesprochen ...

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