Nachhilfe-Lehrer als freie Mitarbeiter

Der Lehrbetrieb an einer Einrichtung zur Schüler-Nachhilfe ist eher dem an einer Volkshochschule als an einer allgemeinbildenden Schule gleichzusetzen. Während in der "normalen" Schule eine Lehrkraft in der Regel Arbeitnehmer ist, auch wenn sie ihren Beruf nebenberuflich ausübt, können Volkshochschuldozenten, die außerhalb schulischer Lehrgänge unterrichten oder nur Zusatzunterricht erteilen, als freie Mitarbeiter beschäftigt werden. Dabei kommt es im Konkreten nicht auf die Bezeichnung des Arbeitsverhältnisses an. Insofern ist bei einem "Lehrbeauftragten" eines Nachhilfeinstituts auch vorrangig vom Status eines freien Mitarbeiters auszugehen - statt von dem eines festangestellten Arbeitnehmers. Zu dieser Auffassung ist das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein gelangt (Az. 6 Sa 370/12). Geklagt hatte ein junger Lehrer, der in einem privaten Nachhilfeinstitut zuletzt an jeweils drei Wochentagen insgesamt 18 Stunden Physik und Mathematik unterrichtet hatte. Dort war er als so genannter "Lehrbeauftragter" eingestellt worden. Wobei in der Präambel des Arbeitsvertrages darunter ausdrücklich "freie und selbstständige Mitarbeiter" verstanden wurden. Trotzdem beanspruchte der junge Mann nun bei seiner Kündigung den arbeitsrechtlich günstigeren Status eines fest angestellten Arbeitnehmers. Schließlich sei er in erheblichem Umfang weisungsgebunden und in den Unterrichtsbetrieb eingegliedert gewesen. Den Nachhilfeunterricht habe er nach den schriftlichen Vorgaben des verbindlichen "Studienkreis-Lernkonzepts" der bundesweit agierenden Institution durchführen müssen ...Zum vollständigen Artikel

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