Die Masche mit dem Telefonsex

Gestern hat der Kollege Ratzka hier von einem Mahnschreiben der “Euro Inkasso Solutions s.r.o.” berichtet, in welchem nachdrücklich die Bezahlung von angeblich in Anspruch genommenen Telefonsex-Dienstleistungen geltend gemachten wurde.

Über die letzten Jahre hinweg haben mich immer wieder Mandanten in derartigen Angelegenheiten aufgesucht. Eine Firma, deren Name sich schneller ändert als das Wetter, beauftragt mal dieses, mal jenes Inkasso-Unternehmen, die behaupteten Forderungen geltend zu machen. Die Masche scheint erfolgreich zu sein, denn andernfalls würden nicht Jahr für Jahr weitere Betroffene diese Schreiben erhalten. Die Betroffenen befürchten möglicherweise, wegen angeblicher Telefonsex-Anrufe verklagt zu werden, und zahlen, auch wenn es solche Anrufe gar nicht gab.

In den Mahnschreiben wurde dabei stets darauf verwiesen, daß über den Anschluß des Betroffenen eine der im Schreiben genannten Rufnummern angerufen worden sei. Es folgten vier völlig unterschiedliche Rufnummern. Bei allen Rufnummern wurden die letzten drei Ziffern nicht mitgeteilt.

Wußte man etwa selbst nicht, welche Rufnummer der Betroffene angerufen hatte?

Sicher schien man sich nur zu sein, daß jeder Anruf stolze 90,- € kostete.

Die Betroffenen, die mich aufsuchten, versicherten stets, keinen solchen Anruf getätigt zu haben. Auch der Telefonanbieter bestätigte den Mandanten regelmäßig, daß ein solcher Anruf dort nicht verzeichnet war. Nach alledem habe ich meinen Mandanten in diesen Fällen empfohlen, Strafanzeige zu erstatten und auf keinen Fall eine Zahlung an die Gegenseite zu leisten. An die Gegenseite gerichtete Schreiben wurden dabei nie beantwortet und hinderten auch weitere Mahnungen nicht ...

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