Betrügerisches Reiseunternehmen

Weiß der Mitarbeiter eines Reiseunternehmens bereits vor Reisebeginn, dass wesentliche Bestandteile des Vertrages mit dem Kunden nicht zu erfüllen sind, ist zumindest vom Anfangsverdacht wegen Betruges auszugehen. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat dem nachzugehen. Jedenfalls dann, wenn das zu einer Minderung des Werts der Reiseleistung führt - was dem Reisenden aber bewusst verschwiegen wird, sodass dieser nicht von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch machen kann. Darauf hat das Oberlandesgericht Celle bestanden (Az. 1 Ws 513/13). In diesem Fall ging es um die Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden einer Touristik-GmbH. Das Unternehmen hatte eine spezielle Nil-Kreuzfahrt beworben und verkauft, obwohl das angepriesene Schiff mit Wissen des Reiseveranstalters gar nicht mehr in Betrieb war. Der klagende Urlauber aber hätte nach seiner Aussage gerade Wert auf dieses Schiff gelegt und die gesamte Reise nur deshalb gebucht. Zudem war ihm nicht unaufgefordert mitgeteilt worden, dass der geplante Rückflug bis nach Hannover nicht stattfinden konnte, sondern stattdessen bereits in Frankfurt zu Ende sei. Durch das bewusste Vorenthalten dieser Information sei er vorsätzlich daran gehindert worden, in Ausübung des ihm zustehenden Rücktrittsrechts rechtzeitig wieder Abstand von der ohne sein Wissen verkürzten Reise zu nehmen ...Zum vollständigen Artikel

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