Verletzung durch Kamelle

Das Werfen von kleinen, leichten und abstrakt betrachtet ungefährlichen Gegenständen aus Anlass eines traditionellen Karnevalsumzuges ist nicht rechtswidrig. Wird ein Zuschauer durch einen solche Gegenstand getroffen, stellt die Verletzung angesichts des erlaubten Handelns als bedauerliches Unglück dar. Den teilnehmenden Verein trifft keine besondere Verkehrssicherungspflicht.

Mit dieser Begründung hat das Amtsgericht Köln in dem hier vorliegenden Fall die Klage einer Frau abgewiesen, die durch einen geworfenen Schokoladenriegel verletzt worden ist. An Rosenmontag 2010 hat sich die Klägerin den Rosenmontagszug angesehen und ist von einem Festwagen aus mit zwei Schokoriegeln beworfen und am linken Auge verletzt worden. Der Wurf sei mit enormer Wucht erfolgt. Aufgrund der durch den Wurf erlittenen Verletzungen sei ein zweimaliger stationärer Krankenhausaufenthalt von jeweils vier Tagen notwendig gewesen sowie zwei Operationen unter Narkose. Die Klägerin leide noch heute an starken Schmerzen, zudem habe sie lediglich 40 % der Sehfähigkeit auf dem linken Auge wiedererlangt. Daher ist die Klägerin der Auffassung, ihr stünde ein Schmerzensgeldanspruch sowohl aus Gefährdungshaftung als auch wegen Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht in Höhe von 1.500 Euro zu. Das Werfen der hier gegenständlichen Schokoladenriegel sei nicht sozial üblich gewesen, da es rücksichtslos mit zu großer Kraft und mehreren Riegeln in Richtung von Personen erfolgt sei. Dagegen haben die Beklagten angeführt, dass den Zuschauern des Zuges bewusst sei, dass sie von kleineren Gegenständen getroffen werden könnten. Durch die Teilnahme nähmen die Zuschauer dies in Kauf. Das Werfen des hier gegenständlichen Schokoladenriegels und ähnlicher kleiner Gegenstände sei sozial üblich und stelle kein widerrechtliches Verhalten dar. Auch seien keine besonderen Vorkehrungen zu treffen, da das grundsätzlich erlaubte Verhalten hinzunehmen sei ...

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