Arzthaftungsrecht – Zahnarzt zu Schmerzensgeldzahlung verurteilt weil er nicht über alternative Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt hat.

Ein Zahnarzt hat einen Patienten über eine prothetische Versorgung mittels Einzelkronen oder einer Verblockung vollständig aufzuklären, wenn beide Behandlungsmethoden medizinisch gleichermaßen indiziert und üblich sind und wesentlich unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen aufweisen, so dass der Patient eine echte Wahlmöglichkeit hat.

Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm mit Urteil vom 17.12.2013 – 26 U 54/13 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegendem Fall hatte der Beklagte, ein niedergelassener Zahnarzt, der Klägerin im Jahr 2007 eine prothetische Neuversorgung empfohlen und sodann neue Brücken und Veneers im Unter- und im Oberkiefer eingegliedert. Im Jahr 2009 beendete die Klägerin die Zahnbehandlung durch den Beklagten und verlangte Schadensersatz unter Hinweis auf Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme und überempfindliche Zähne. Sie war der Meinung, die Zahnkontakte zwischen Ober- und Unterkiefer seien ungenügend, es hätten Einzelkronen und keine verblockten Brücken geplant werden müssen und über die mögliche Versorgung mit Einzelkronen sei sie zudem nicht aufgeklärt worden.

Nach der Anhörung eines zahnmedizinischen Sachverständigen hat der 26. Zivilsenat des OLG Hamm das der Klägerin bereits vom Landgericht (LG) zugesprochene Schmerzensgeld in Höhe von 6.000 Euro bestätigt ...

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