Krawatte abgeschnitten = Schadenersatz!

So zumindest sah es in einer zugegebenermaßen nicht mehr ganz so jungen Entscheidung mal das Amtsgericht Essen (Urteil vom 03.02.1988 - 20 C 691/87). Das AG Essen vertrat hier die Meinung, das Abschneiden der Krawatte bedürfe auch an Weiberfastnacht der Einwilligung durch den Träger und sei auch nicht durch Brauchtum, Verkehrssitte oder ähnliches gerechtfertigt. Hier liege schlicht eine schadenersatzpflichtige Eigentumsverletzung vor, zu der auch kein Mitverschulden des Krawattenträgers angenommen werden könne, weil der Träger an Weiberfastnacht eine Krawatte getragen habe. Zwar möge es allgemeiner Tradition entsprechen, am Altweiberfastnachtstage Herren Krawatten abzuschneiden, doch beschränke sich diese Sitte jedenfalls im Essener Raum darauf, an der Arbeitsstätte oder bei Bekannten, nicht aber gänzlich Fremden, die Krawatte abzuschneiden. Der Kläger war hier wohl ausgerechnet an Weiberfastnacht zu einem Geschäftstermin unterwegs und hatdabei gleich zwei Kardinalfehler begangen: 1. trug er eine edle Krawatte und 2. hat er sich vorher noch in ein Geschäft begeben, wo ihm die Verkäuferin und sodann Beklagte auch just mal eben zur Begrüßung die Krawatte abgeschnitten hat ...Zum vollständigen Artikel

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