Die Aufklärung über alternative Behandlungsmethoden

Hat ein Zahnarzt es versäumt, einen Patienten über bestehende alternative Behandlungsmöglichkeit aufzuklären, die medizinisch gleichermaßen indiziert und üblich sind und aufgrund der wesentlich unterschiedlichen Risiken und Erfolgschancen eine echte Wahlmöglichkeit bieten, dann ist die vorgenommene Behandlung mangels wirksamer Einwilligung rechtswidrig.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Hamm in dem hier vorliegenden Fall einer Patientin Schmerzensgeld zugesprochen, die über eine prothetische Versorgung mittels Einzelkronen oder einer Verblockung nicht vollständig aufgeklärt worden ist. Im Jahre 2007 empfahl der Beklagte, ein in Bochum niedergelassener Zahnarzt, der im Jahre 1942 geborenen Klägerin eine prothetische Neuversorgung und gliederte sodann neue Brücken und Veneers im Unter- und im Oberkiefer ein. Im Jahre 2009 beendete die Klägerin die Zahnbehandlung durch den Beklagten und verlangte Schadensersatz. Unter Hinweis auf Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme und überempfindliche Zähne hat sie gemeint, die neue Versorgung weise ungenügende Zahnkontakte zwischen Ober- und Unterkiefer auf, es hätten Einzelkronen und keine verblockten Brücken geplant werden müssen, über die mögliche Versorgung mit Einzelkronen sei sie zudem nicht aufgeklärt worden ...

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