Zertifikatehandel: Sind Sie auch so glücklich?

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Gut Ding will Weile haben, so sagt ein deutsches Sprichwort. Und tatsächlich sind viele Betreiber emissionspflichtiger Anlagen derzeit sehr erleichtert. Sie hatten im Januar 2012 Zuteilungsanträge bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) gestellt und waren immer wieder auf der Homepage der DEHSt und per E-Mail vertröstet worden. Es dauere noch ein wenig. Schließlich müsse auch die Europäische Kommission mit prüfen, und das ginge alles nicht über Nacht. Nach langem Hin und Her (wir berichteten) sind die ersehnten Bescheide nun schließlich ganz knapp vor dem gesetzlichen Ausgabetermin für Zertifikate für das Jahr 2014 in die elektronischen Postfächer der Betreiber geflattert. Anders als in der Vergangenheit gibt es diesmal auch nicht nur lange Gesichter. Gerade bei sehr einfachen Antragskonstellationen wurde wie beantragt zugeteilt. Zwar sind die Zuteilungen nicht mehr auskömmlich. Doch dies war ja schon lange im Vorfeld bekannt. Schließlich sind schon von Gesetzes wegen hohe Kürzungen vorgesehen. Zudem erhält das emissionsintensive Produkt Strom gar nichts mehr. Doch gemessen an den niedrigen Erwartungen sind viele Anlagenbetreiber nun nicht unzufrieden.

Doch in gar nicht wenig Fällen sieht es anders aus. Abgesehen von den schon im Grundsatz abgelehnten Härtefällen (wir berichteten) sind gerade die Betreiber von Industrieanlagen – besonders Papier – oft nicht glücklich, da ihnen erhebliche Wärmemengen nicht anerkannt wurden. Die DEHSt hat abweichend von den Anträgen viel mehr Wärme, die in der Anlage emissionshandelspflichtig erzeugt wurde, den vom einheitlichen Benchmark abgedeckten Prozess zugeschlagen und damit gestrichen. Und auch z.B. zur Restgasverbrennung in der chemischen Industrie gibt es Meinungsunterschiede zwischen Behörde und Betreibern.

Ein weiteres Thema, das zudem fast alle Industrieanlagenbetreiber betrifft, ist der so genannte sektorübergreifende Korrekturfaktor ...

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