Sind das taugliche Wiedererkennungszeugen , Herr Kommissar?

Pinocchio, Zeichnung von Enrico Mazzanti (1852-1910)

Weil ich an einem Fortsetzungstermin in anderer Sache teilnehmen musste, habe ich mich gestern im Mönchengladbacher Satudarah-Verfahren vorzeitig verabschiedet und von einem Kollegen vertreten lassen. Ich bin dann aber doch noch einmal kurz in den Gerichtssaal zurückgekehrt, weil die andere Sache schnell erledigt war. So habe ich noch mitbekommen, wie ein Kriminalhauptkommissar von einem Verteidigerkollegen befragt wurde.

Warum er mit einem Zeugen rund 4 Monate nach der ersten Lichtbildvorlage, bei welcher der seinen Mandanten eindeutig nicht erkannt hatte, obwohl sich sein Foto unter den vorgelegten Bildern befunden hat, eine erneute Lichtbildvorlage durchgeführt habe, wollte der Kollege wissen. Weil er inzwischen aufgrund der Auswertung retrograder Verbindungsdaten zu neuen Erkenntnissen gelangt war, meinte der Kripo-Mann. Ursprünglich sei er davon ausgegangen, dass zumindest zwei der Angeklagten als Täter ausscheiden, aber die neue Beweislage hätte in eine andere Richtung gedeutet.

Ob er den Zeugen, als dieser nunmehr meinte, seinen Mandanten mit großer Wahrscheinlichkeit wiederzuerkennen, damit konfrontiert hätte, dass er diesen doch unmittelbar nach der Tat als Täter ausgeschlossen hatte, wollte der Kollege wissen. Und ob er ihn gefragt hätte, warum er sich nunmehr besser erinnere. Welche Erklärung er als Polizeibeamter für das späte Wiedererkennen habe ...

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