Haben Verbraucher aus Australien ein Widerrufsrecht bei Bestellungen in deutschen Webshops?

Wenn Verbraucher aus fernen Ländern wie Australien in deutschen Webshops Waren bestellen, so stellt sich die Frage: Steht diesen Verbrauchern ein Widerrufsrecht zu? Ein guter Jurist antwortet hierauf: Es kommt darauf an. Es hängt jedenfalls davon ab, das Recht welches Staates auf den Kaufvertrag zwischen dem Online-Händler aus Deutschland und dem Verbraucher aus Australien gilt. Das wiederum haben die Vertragsparteien zum Teil selbst in der Hand. Die IT-Recht Kanzlei informiert über die Rechtslage und die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten von Webshop-Betreibern.

I. Ein Verbraucher aus Australien ordert ein Klavier

Verbraucher mit Wohnsitz in Deutschland haben zweifellos –von Bereichsausnahmen einmal abgesehen – ein Widerrufsrecht bei Fernabsatzgeschäften. Dasselbe gilt auch für Verbraucher mit Wohnsitz in einem der anderen EU-Mitgliedstaaten, da das Fernabsatzwiderrufsrecht auf EU-Recht zurückgeht und damit in ähnlicher Form in allen EU-Mitgliedstaaten besteht. Die Staatsangehörigkeit des Verbrauchers ist dabei völlig egal; einem Verbraucher steht das Widerrufsrecht zu, wenn er Deutscher, Franzose, Japaner, Australier oder von einer anderen Staatsangehörigkeit ist – Hauptsache er hat seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland bzw. in einem EU-Mitgliedstaat.

Wie verhält es sich aber mit einem Verbraucher, gleich welcher Staatsangehörigkeit, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb der EU hat?

Dazu folgender Sachverhalt:

Der Kanadier Mike bestellt zu privaten Zwecken bei dem Online-Versand „Pianissimo“ aus Deutschland ein Piano und lässt es sich per Express-Versand an seinen ständigen Wohnsitz in Sydney (Australien) liefern. Die Versandkosten hierfür betragen 1000 Euro ...

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