Denn sie wissen nicht, was sie da eigentlich tun

In der kleinen Stadt Sankt Ingbert, wenige Kilometer östlich von Saarbrücken, gibt es eine denkmalgeschützte alte Baumwollspinnerei, die nach dem Willen der Stadt und des Investors zur Kulturfabrik ausgebaut werden soll. Geplant sind

- Galerie- und Museumsräume - Wohnungen und Arbeitsräume - Ateliers und Werkräume - Verkaufs- und Ausstellungsräume - Gastronomie

Doch seit Monaten tut sich nichts an der Baustelle. Nur mit Mühe konnte Ende letzten Jahres verhindert werden, dass Zuschüsse wegen Zeitablaufs verloren gehen. Die Schuld an dem Stillstand schieben sich seit Monaten Generalunternehmer, Investor und Stadt in die Schuhe, ohne dass sich irgend etwas bewegt. Auch innerhalb des Stadtrates ist das Projekt stark umstritten. Ein klassischer Mehrparteienkonflikt.

Doch nun hatte der Stadtrat die rettende Idee: Ein Mediator muss her und die Sache in Ordnung bringen. Das Mediatorenherz in mir jubelt! Ja das ist die richtige Idee. Die Tränen, die mir danach kommen, sind allerdings keine Freudentränen. Wer meint, die Stadtverordneten hätten sich wenigstens bruchstückhaft kundig gemacht, was Mediation ist und wie es funktioniert, hat sich geschnitten. Es wird nicht einmal klar, ob die Stadt überhaupt die Bereitschaft der anderen beiden Beteiligten geklärt hat, ob sie überhaupt zu einer Mediation bereit sind. Gut, das ließe sich ja noch nachholen. Die Stadt ist aber dann gleich der Meinung, sie selbst gehöre nicht in die Mediation. Der Mediator müsse mit den beiden anderen Parteien reden, dann käme die Stadt ins Spiel, meinte der Oberbürgermeister. Einige Stadtverordnete bestanden aber darauf, dass der Mediator für alle drei Parteien sei (hatte der mal was von Allparteilichkeit des Mediators gehört?).

Das Trauerspiel aber zum Schluss ...

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