Die Klebrigkeit des Verdachts

Von einem Verdacht bleibt meistens hängen – selbst dann, wenn er sich am Ende als unbegründet herausstellen soltle. Beispiele dazu kennt die mediale und öffentliche Urteilsbildung nicht nur in den jüngsten Jahren hinlänglich. Entscheidend zu ändern scheint sich dabei hinsichtlich gebotener Zurückhaltung wenig, im Gegenteil: Mit der Meinungsbildung und Urteilsfällung in sozialen Medien und Netzwerken ist eine Potenz der Beschleunigung fast ungefiltert hinzugetreten, mit der “klassische Medien” schier in Wettbewerb stehend oft genug noch schneller und damit oft nicht besser dadurch, sondern unter diesem Effekt und damit an Qualitätsmängel “leidend” in Wettlauf mit eigenen Posts per Timelines stellen und sehen.

Und weil die Mediendemokratie Themen finden und setzen will, wird wohl auch dort nicht selten bereits eine laute Öffentlichkeit hergestellt, wo sie noch nicht hingehört – im Umfeld eines Anfangsverdachts eben.

Nach wir vor muss man aber kritische Öffentlichkeit als für Demokratie unverzichtbar begreifen und vermitteln. Aufklärung von Missständen muss mit dem frühen Stadium von Indizien und Ungewissheit umzugehen wissen ...

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