Streit um die Verfilmung des Lebens von Anne Frank

Im März 2015 jährt sich der Todestag von Anne Frank, dem wohl bekanntesten Opfers des Holocaust, zum 70. Mal. Anlass für einen medial ausgetragenen Streit ist derzeit die Verfilmung ihres Lebens und des von ihr in den Jahren 1942-1944 verfassten Tagebuchs.

Der Konflikt: Zwei Verfilmungen

Inhaber der Rechte an dem Tagebuch ist der Anne Frank Fonds Basel. Der Fonds wurde 1963 von Anne Franks Vater, Otto Heinrich Frank, gegründet, der als Einziger der Familie Frank die nationalsozialistischen Gräueltaten überlebte.

Bereits im Frühjahr 2012 hatte der Anne Frank Fonds Basel die erste deutsche Verfilmung der Geschichte Anne Franks und ihres Tagesbuchs angekündigt. Entsprechende Rechte wurden exklusiv an die AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion mbh, ein Unternehmen der Holtzbrinck Verlagsgruppe und die Zeitsprung Pictures GmbH vergeben. Der Film soll Anfang 2015 in die europäischen Kinos kommen.

Nunmehr hat parallel hierzu auch Oliver Berben, der mit seiner Firma Moovie – The Art of Entertainment schon mehrfach erfolgreiche Doku-Dramen und Biopics produzierte (etwa „Das Adlon. Eine Familiensaga“), angekündigt, den „Stoff“ – allerdings als TV-Mehrteiler – in einer Co-Produktion mit dem ZDF zu verfilmen. Dies stößt beim Anne Frank Fonds Basel auf Widerstand.

Der Fonds fordert das ZDF in einer Stellungnahme auf, das Projekt zu stoppen und die Rechte von Anne Frank und ihrer Familie zu respektieren: „Dies bedeutet auch, dass Rechte nicht umgangen oder allenfalls verletzt werden“.

Rechte an historischen Ereignissen?

Das aktuelle Geschehen wirft die Frage auf, ob durch die Verfilmung des Tagebuchs von Anne Frank und ihres Lebens überhaupt Rechte im eigentlichen Sinne verletzt werden können.

Unbestritten ist das von Anne Frank verfasste Tagebuch als Sprachwerk urheberrechtlich nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG geschützt ...

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