Versicherungen bei Scheidung verheimlicht - trotzdem kein neuer Versorgungsausgleich

Hat eine Frau bei der Scheidungsverhandlung eine eigene Rentenversicherung einfach unter den Tisch fallen lassen, kann sie nicht mehr einen zusätzlichen Versorgungsausgleich verlangen, wenn sie später eine ähnliche Flunkerei bei ihrem Ex-Mann herausfindet. Haben beide Seiten jeweils ein Versorgungsanrecht bewusst aus dem Versorgungsausgleich herausgehalten, trifft auch beide Beteiligte in gleichem Maße der Vorwurf des treuwidrigen Verhaltens – mit all seinen juristischen Konsequenzen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm klargestellt (Az. 4 UF 86/13). Im konkreten Scheidungsfall war die Lebensversicherung des Mannes bei der Entscheidung über den Versorgungsausgleich nicht berücksichtigt worden. Der ließ sich den Betrag von 7.354,41 Euro gleich nach erfolgter Auflösung der Ehe auszahlen, wovon die Ex-Frau nun den Ausgleichswert von 3.677,21 Euro beanspruchte – und zwar als monatlichen Versorgungsanteil. Schließlich wäre die Versicherung so angelegt gewesen, dass der Mann das Wahlrecht gehabt hätte, statt der Einmalauszahlung auch eine monatliche laufende Rente zu beziehen. Womit dem Grundgedanken des Versorgungsausgleichs, eine dauerhaft gleichmäßige Teilhabe beider Ehegatten an den in der Ehezeit insgesamt erworbenen Versorgungsanrechten zu gewährleisten, sehr wohl Genüge getan würde. Dem widersprach allerdings das Gericht ...Zum vollständigen Artikel


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