Werden künftig noch Reisekosten vergütet? Mahlzeitengestellung und Pauschalbesteuerung – was bekomme ich überhaupt noch? (Teil 4)

(c) Martin Beckmann

Bewertung und Besteuerungsverzicht bei üblichen Mahlzeiten

Im Reisekostenrecht wurde neu geregelt, was steuerlich gilt, wenn der Arbeitnehmer bei einer Auswärtstätigkeit Mahlzeiten gestellt bekommt. § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG bestimmt, dass ab dem 1.1.2014 generell für angemessene Mahlzeiten, die ein Arbeitgeber (selbst oder von ihm veranlasst durch Dritte) dem Arbeitnehmer anlässlich oder während der Tätigkeit außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte oder Wohnung zur Verfügung stellt, der Sachbezugswert anzusetzen ist. Angemessen ist eine Mahlzeit, wenn diese den Wert von 60 Euro nicht übersteigt. Hierbei sind die auch zur Mahlzeit eingenommen Getränke mit einzubeziehen. Bisher durfte die Mahlzeit nur einen Wert von maximal 40 Euro haben.

Mahlzeiten mit einem Preis von über 60 Euro werden als unüblich angesehen und – statt mit dem amtlichen Sachbezugswert – mit dem tatsächlichen Preis (einschließlich Umsatzsteuer) als Arbeitslohn angesetzt (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG).

Unterhalb dieser Schwelle aber wird eine solche übliche Mahlzeit nicht steuerlich als Arbeitslohn erfasst, wenn der Arbeitnehmer für die betreffende Auswärtstätigkeit dem Grunde nach eine Verpflegungspauschale i. S. d. § 9 Abs. 4a EStG als Werbungskosten geltend machen könnte (sog. Besteuerungsverzicht).

Im Ergebnis gilt aber das gleiche, wenn der Arbeitnehmer anlässlich einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit eine Verpflegungspauschale beanspruchen kann, weil er innerhalb der Dreimonatsfrist nachweislich mehr als acht Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist oder eine mehrtägige Auswärtstätigkeit mit Übernachtung vorliegt.

Eine unübliche Mahlzeit (also eine, deren Wert 60 Euro übersteigt) ist als Arbeitslohn zu erfassen, unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer für die betreffende Auswärtstätigkeit eine Verpflegungspauschale als Werbungskosten geltend machen kann ...

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