Das Nutzungsrecht zur Veröffentlichung in einer Zeitung umfasst nicht die Veröffentlichung in einem Onlinearchiv

Eigener Leitsatz: Stellt ein Zeitungsverlag Artikel eines freien Journalisten neben der Veröffentlichung in der Tageszeitung auch in einem Onlinearchiv entgeltlich zur Verfügung, so verletzt dies die Urheberrechte des Autors, wenn keine gesonderte Abmachung über eine derartige Verwendung getroffen wurde. Eine Veröffentlichung in einem Onlinearchiv stellt im Gegensatz zur einmaligen Erscheinung in einer Printzeitung einen dauerhaften Eingriff in die Rechte des Urhebers dar und erfordert deshalb die Einräumung umfassenderer Nutzungsrechte.

Oberlandesgericht Düsseldorf Urteil vom 19.11.2013 Az.: I-20 U 187/12

Tenor: Der Klägerin wird wegen der Versäumung der Berufungsbegründungsfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt. Auf die Berufung der Klägerin wird das am 21. November 2012 verkündete Urteil der 12. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf unter Zurückweisung der weitergehenden Berufung teilweise abgeändert und zwar dahingehend, dass die Beklagte unter Klageabweisung im Übrigen verurteilt wird, an die Klägerin 6.600,00 Euro nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 23. November 2011 zu zahlen. Die Kosten des Rechtsstreits werden der Klägerin zu 2/5 und der Beklagten zu 3/5 auferlegt; ausgenommen sind die Kosten der Wiedereinsetzung, die die Klägerin zu tragen hat. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Entsheidungsgründe: I. Die Klägerin ist als freie Journalistin tätig. Die Beklagte ist ein Zeitungsverlag, sie verlegt die Zeitungen X und Y. In den Jahren 1992 bis 2005 hat die Klägerin für die Beklagte eine Vielzahl von Artikeln geschrieben, die Themen aus dem Hotel- und Gastronomiebereich zum Gegenstand hatten und die in der Printausgabe des X erschienen sind. Zu diesen gehörten die 60 im Anlagenkonvolut K 21 wiedergegebenen Artikel, die in den Jahren 2001 bis 2004 erschienen sind und für die die Klägerin die in der Auflistung Anlage K 24 ausgewiesenen Honorare erhalten hat ...Zum vollständigen Artikel


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