Erst denken, dann reden, Herr Oppermann – Ein paar Spekulationen zum Fall Edathy

Am Samstag wollte ich mit einem Kollegen noch eine Wette darüber abschließen, dass der SPD-Fraktionschef Oppermann in Kürze vor der Presse erklären würde, dass er von BKA-Chef Ziercke keine Antwort bekommen habe, als er ihn nach einem etwaigen Ermittlungsverfahren gegen seinen Parteifreund Edathy fragte. Das Schweigen des obersten deutschen Polizisten habe er aber als Bestätigung verstanden und sich im Rahmen seiner inzwischen reichlich bedenklich gewordenen Pressekonferenz zum Fall Edathy missverständlich ausgedrückt, als er sagte, Ziercke habe ihm die Ermittlungen bestätigt. Der Kollege hat die Wette leider nicht angenommen, weil auch ihm klar war, dass es so kommen würde, wie es am Sonntag dann auch gekommen ist.

Oppermann, Ziercke, Gabriel, Steinmeier – einige von denen stehen derzeit mehr oder weniger mit dem Rücken an der Wand und müssen sich selbst schützen, auch wenn die Wahrheit dabei auf der Strecke bleibt. Der eine lügt und der andere sagt die Unwahrheit, könnte man denken, wenn man die zum Teil reichlich rabulistischen Erklärungen hört, die da so verbreitet werden. Sonderlich geschickt ist das Alles nicht, aber was soll man schon machen, wenn die Schlinge sich um den Hals zu legen droht?

Aus der CSU wird Oppermann vorgeworfen, er habe den zurückgetretenen Minister Friedrich absichtlich auflaufen lassen, indem er die Presse über dessen vertraulichen Hinweis auf ein etwaiges Verfahren gegen Edathy unterrichtet habe. Oppermann hat mit der inzwischen von Friedrich bestätigten Behauptung gekontert, er habe den Wortlaut seiner Presseerklärung mit diesemtelefonisch abgesprochen. Friedrich wiederum will bei dem Telefonat im Auto gesessen und vor allem die fragliche Passage nicht richtig verstanden haben, ist zu lesen. Deshalb hat er auch nicht protestiert. Das tun seine Parteifreunde dafür jetzt um so lauter ...

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