Der Notgeschäftsführer – Kein Mann für alle Fälle

Fällt der Geschäftsführer der GmbH weg und können sich die Gesellschafter nicht auf die Bestellung eines neuen einigen, geht man zum Amtsgericht und lässt einen Notgeschäftsführer bestellen. So denkt man sich das in der Theorie, wenn man § 29 BGB liest, der auf die GmbH entsprechend anwendbar ist.

In der Praxis ist die Bestellung eines Notgeschäftsführers nicht ganz so einfach. Schon § 29 BGB schreibt vor, dass der Notgeschäftsführer nur “in dringenden Fällen für die Zeit bis zur Behebung des Mangels auf Antrag eines Beteiligten” zu bestellen sei.

D.h. der Gesellschafter, der einen Notgeschäftsführer bestellen lassen möchte, muss zunächst einmal nachweisen, dass es sich um einen dringenden Fall handelt. Das bedeutet, dass man dem Gericht nachweisen muss, dass es keinen einfacheren Weg gibt.

Einfacher als zum Gericht zu gehen ist es natürlich, zunächst einmal eine Gesellschafterversammlung einzuberufen. Das OLG Frankfurt a.M., (Beschluss vom 26. Mai 2011, Az: 20 W 248/11) geht davon aus, dass selbst bei einer völlig zerstrittenen Zwei-Mann-GmbH, in der es keinen Mehrheitsgesellschafter gibt, erwartet werden kann, dass die Gesellschafter in einer Versammlung versuchen, einen gemeinsamen geeigneten Kandidaten zu finden ...

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