Streit mit der Ex-Freundin als Haftgrund? Eine knappe Entscheidung…

Amts- und Landgericht Düsseldorf

Merklich erleichtert reagierte vorgestern mein Mandant, als die zuständige Kammer des Düsseldorfer Landgerichts den kurz zuvor erlassenen Haftbefehl nach längerer Beratung und vorausgegangener Diskussion mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegen das Votum der Strafverfolgungsbehörde außer Vollzug gesetzt hatte. Ich selbst war erst am Morgen in dieser Sache mandatiert worden, die dann meinen ganzen Terminkalender durcheinandergewirbelt hat. Darüber habe ich bereits im strafblog berichtet.

In der Sache selbst geht es um einen Betrugsvorwurf in Millionenhöhe. Die Ermittlungen laufen schon seit geraumer Zeit, einer der drei inzwischen angeklagten Männer befindet sich seit rund 8 Monaten in Haft, die beiden anderen sind in Kenntnis der Schuldvorwürfe auf freiem Fuß. Bislang bestand gegen sie kein Haftbefehl. Das hat sich in Bezug auf meinen Mandanten in der vergangenen Woche geändert, nachdem seine Ex-Freundin Mitte Januar zu Polizei gegangen war und eine umfangreiche, ihn belastende Aussage gemacht hat. Darin finden sich allerdings – soweit ich dies in der Kürze der Zeit überprüfen konnte – keine zusätzlichen Schuldvorwürfe, aber die Dame ist ihrem Ex offensichtlich ziemlich böse. Der habe sie nämlich – so beschwerte sie sich – im Herbst des letzten Jahres verlassen und jetzt streite sie sich mit ihm um Umgangs- und Sorgerecht für das gemeinsame Kind. Unnahbar und bindungsarm sei der Mann und sie begreife erst jetzt, in was er sie da hereingezogen habe. Er sei für sie nicht mehr erreichbar, lehne jeden Kontakt ab, und außerdem konsumiere er Kokain.

Die Staatsanwältin und ihr folgend das Gericht haben darin einen Ansatzpunkt für Fluchtgefahr gesehen, was dann zu dem Haftbefehl geführt hatte ...

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