VG Stuttgart: Sturz einer Lehrerin auf Klassenfahrt von Bank in Bierzelt ist Dienstunfall

von Tim Wullbrandt

Oans zwoa ´gsuffa!

Stürzt eine Lehrerin beim Besuch eines Volksfestes im Bierzelt von der Festzeltbank und verletzt sich dabei, ist dies als Dienstunfall zu werten, wenn der Volksfestbesuch offizieller Programmpunkt einer Klassenfahrt war. Das hat das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem Urteil vom 31.01.2014 entschieden (Az.: 1 K 173/13).

Sachverhalt

Die klagende Lehrerin hatte als eine von zwei Begleiterinnen im Mai 2012 an einer Klassenfahrt nach München teilgenommen. Als ein Programmpunkt der Klassenfahrt war der Besuch des Frühlingsfestes in Kleingruppen vorgesehen. Am 03.05.2012 gegen 21 Uhr besuchte die Lehrerin zusammen mit der Klassenlehrerin und mehreren Schülerinnen und Schülern zum Ausklang dieses Programmpunkts ein Bierzelt. Um 22 Uhr kippte die Bank, auf der die Lehrerin und zwei Schülerinnen standen und tanzten (!), um. Dadurch stürzte die Lehrerin zu Boden und zog sich eine Rückenverletzung zu, weshalb sie in ein Krankenhaus gebracht werden musste und bis zum 10.06.2012 dienstunfähig war. Das Regierungspräsidium Stuttgart als Schulbehörde lehnte den Antrag der Lehrerin auf Anerkennung des Vorfalls als Dienstunfall ab, weil der Bierzeltbesuch dem privaten Lebensbereich zuzuordnen sei.

VG: Unfall «in Ausübung des Dienstes»

Nach Ansicht des Gerichts hatte sich der Unfall «in Ausübung des Dienstes» ereignet, da der Besuch des Frühlingsfestes und auch der Besuch des Bierzelts für die Lehrerin Teil ihrer Dienstaufgaben gewesen sei ...

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