Über den Einfluss des Sachverständigenbeweises auf die Verfahrensdauer

Jedem, der mit Verfahren als Anwalt (und natürlich als Prozessbeteiligter) zu tun hat, kennt sie, in Arzthaftungsprozessen beispielsweise. Vielfach auch in Versicherungsrechtsprozessen. Immer dann, wenn entscheidungserhebliche Tatsachen infolge streitiger Auffassungen über diese zur Beweiserhebung durch Sachverständigenbeweis führen:

Die zeitliche Herausforderung die strapazierte Geduld, wo Patienten oft mehrfache Gutachten und Gutachter, “Gegengutachten” und dies bei ohnehin selten nur in einer Instanz geführten Prozessen erleben. Und die erstaunliche und oft schwer erträgliche Duldsamkeit von Richtern gegenüber Sachverständigen.

Die über Monate kein Gutachten liefern, sobald sie erst einmal den stattlichen Sachverständigenvorschuss angefordert und erhalten haben. Ablieferung desselben auch auf Anfrage mit “Arbeitsüberlastung” beantworten und weiter monatelang darauf warten lassen, aber munter weitere Sachverständigenaufträge für weitere Gutachten annehmen. Und auch die nicht bearbeiten. Nicht wahrnehmbar bearbeiten. Nicht verfahrensförderlich erledigen. Und auf viel zu obediente richterliche Anfragen nach voraussichtlich zu erhoffender Erledigung womöglich noch ihrerseits unduldsam und ennerviert reagieren, man sei schliesslich als Chefarzt dieser oder jener Uniklinik in erster Linie für Patientenversorgung zuständig. Alles schon gehört und erlebt und von Richtern gehört, die derlei Reaktionen schilderten oder gar Schreiben solcher Sachverständiger im Verfahren weiterleiteten, wenn man als Anwalt erneut nachhakte.

Es gehört dann eine gehörige Portion Standvermögen dazu, sich nicht nur gegenüber einem solchen Sachverständigen, sondern auch gegenüber Richtern durchzusetzen und die Mittel einzusetzen, welche die ZPO beispielsweise eigentlich parat hält:

Zum grundsätzlichen Rollenverständnis von Richter und Sachverständigem, zu Parteirechten, zu Rechten und Pflichten des Sachverständigen und vor allem zu den Pflichten ...

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